Die Corona-Krise und der österreichische Arbeitsmarkt: Daten von Indeed

Die Bemühungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben weltweit ganze Wirtschaftsbereiche lahmgelegt. Mit der Zuspitzung der Pandemie seit Mitte März 2020 haben sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeitsmärkte begonnen zu zeigen. Die österreichischen Arbeitslosenzahlen verdeutlichen, dass die Auswirkungen der Corona-Krise erheblich sind. Auch mit Blick auf Indeed-Daten zur Entwicklung von Stellenausschreibungen zeigen sich erhebliche Auswirkungen. 

 

Österreichischer Arbeitsmarkt stark von Corona-Krise betroffen

Die Coronavirus-Pandemie hat einen erheblichen Einfluss auf den österreichischen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung der Stellenausschreibungen als Echtzeit-Maß für die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt liegt zum 10. Juli 2020 um 39 % niedriger als die Vorjahresentwicklung. Wenn es darum geht, den Corona-Effekt zu identifizieren, muss beachtet werden, dass die Entwicklung der Stellenausschreibungen zu Beginn des Jahres etwas flacher verlaufen ist als 2019. Die Corona-Effekte auf die Stellenausschreibungen haben sich ab Mitte März begonnen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zu zeigen. Seit Anfang April hat sich der Rückgang der Stellenausschreibungen in Österreich verlangsamt, allerdings wächst die Lücke zur Vorjahresentwicklung weiterhin leicht an. 

 

Nicht alle Wirtschaftsbereiche sind gleichermaßen betroffen

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie unterscheiden sich erheblich zwischen den Wirtschaftsbereichen, sind aber in allen Bereichen anzutreffen. Unternehmen sind Mitte März in eine Schockstarre gefallen, was sich in einem unterschiedlich starken Rückgang der Stellenausschreibungen geäußert hat. 

Ein überdurchschnittlicher Rückgang der Stellenausschreibungen lässt sich insbesondere in den von den Eindämmungsmaßnahmen besonders betroffenen Bereichen beobachten. Selbst Bereiche, die einen großen Bedarf an Fachkräften aufweisen, wie die Softwareentwicklung, lassen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erkennen.

 

 

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt fallen international unterschiedlich aus

Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass in Österreich die Zahl der Stellenausschreibungen stärker abgenommen haben als bei den Nachbarn Deutschland und Schweiz. Gründe, warum die Unterschiede zwischen den Ländern so groß ausfallen, sind vielfältig. Ein Erklärungsfaktor unter vielen ist sicherlich, dass Länder zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Maßnahmen ergriffen haben, die das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben beeinflussen. Aber auch die Bedeutung einzelner Wirtschaftsbereiche, wie dem Tourismus, spielen in den verschiedenen Ländern eine unterschiedlich große Bedeutung. Eine Indeed-Analyse hat einen Zusammenhang beobachtet, der zeigt, dass je höher der Anteil der Beschäftigten ist, die in Jobs mit theoretischem Homeoffice-Potenzial arbeiten, desto niedriger fällt der Rückgang bei den Stellenausschreibungen aus.

 

Methodische Hinweise zu den Berechnungen dieser Analysen, wie auch viele weitere Einblicke in die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Arbeitsmarkt gibt es auf der Webseite des Indeed Hiring Lab.