Im Dialog für die Branche: ÖPDL führt intensive Stakeholdergespräche

Im Sommer standen Stakeholdergespräche auf der Agenda des ÖPDL
am24.09.2026
Eine Collage aus fünf Gruppenfotos zeigt professionell gekleidete Personen, die in Innenräumen vor Flaggen, Bannern und Bürokulissen posieren; die Aufnahmen vermitteln den Eindruck einer geschäftlichen oder behördlichen Veranstaltung.

Im Sommer standen intensive Stakeholdergespräche auf der Agenda des ÖPDL

ÖSTERREICHS PERSONALDIENSTLEISTER hat den Sommer für einen intensiven Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft genutzt. Im Mittelpunkt standen die Anliegen unseres Positionspapiers und die Frage, welche Rahmenbedingungen eine leistungsfähige Personaldienstleistung in Österreich benötigt.

Personaldienstleister bringen Menschen in Beschäftigung, unterstützen Unternehmen bei der Suche nach Arbeitskräften und leisten einen wichtigen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration. Damit sie diese Aufgaben auch künftig erfüllen können, braucht es praxistaugliche Regelungen, Planungssicherheit und ein klares Verständnis für die Besonderheiten der Branche.

Genau hier setzen unsere Stakeholdergespräche an: Wir bringen die Erfahrungen unserer Mitgliedsunternehmen direkt in die politische Diskussion ein, zeigen die konkreten Auswirkungen geplanter Maßnahmen auf und machen auf den Handlungsbedarf für die Branche aufmerksam.

Unser Positionspapier als Grundlage

Grundlage der Gespräche war das Positionspapier von ÖSTERREICHS PERSONALDIENSTLEISTER. Im Mittelpunkt steht unser gemeinsames Ziel, die Arbeitskräfteüberlassung als wichtigen Bestandteil des österreichischen Arbeitsmarktes zu stärken und weiterzuentwickeln.

Arbeitskräfteüberlassung schafft Flexibilität für Unternehmen, eröffnet Beschäftigungschancen für Arbeitnehmer und trägt wesentlich dazu bei, Personalbedarf und verfügbares Arbeitskräftepotenzial zusammenzuführen. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es Rahmenbedingungen, die Beschäftigung ermöglichen, Qualifizierung fördern und faire Wettbewerbsbedingungen sicherstellen.

Unser Positionspapier bündelt die zentralen Anliegen der Branche. Dazu zählen der Erhalt einvernehmlicher Auflösungen und ihre klare Abgrenzung von missbräuchlichem „Zwischenparken“, eine stärkere Ausrichtung des Sozial- und Weiterbildungsfonds auf Qualifizierung sowie ein wirksamer und ausgewogener Umgang mit dem Missbrauch von Krankenständen.

Weitere Schwerpunkte sind die Kollektivvertragsfähigkeit des ÖPDL, eine praxistaugliche Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die stärkere Berücksichtigung von Personaldienstleistern bei der Beschäftigung internationaler Fachkräfte sowie faire Wettbewerbsbedingungen und ein gezieltes Vorgehen gegen Sozialbetrug.

Berechtigte Krankenstände und die Absicherung tatsächlich erkrankter Arbeitnehmer stehen für den ÖPDL selbstverständlich nicht zur Diskussion. Gleichzeitig braucht es bei begründetem Missbrauchsverdacht rasche und wirksame Kontrollen. Darüber hinaus sollte geprüft werden, wie die finanzielle Verantwortung bei Krankenständen im Zusammenhang mit der Beendigung eines Dienstverhältnisses ausgewogen zwischen Arbeitgebern und Krankenversicherung verteilt werden kann.

Aus aktuellem Anlass: Reiseaufwandsentschädigungen

Zusätzlich zu den strategischen Kernanliegen unseres Positionspapiers beschäftigen uns aktuell die steuerfreien Reiseaufwandsentschädigungen.

Für überlassene Arbeitskräfte, die längere Wege oder auswärtige Einsätze auf sich nehmen, sind verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen besonders wichtig. Finanzielle Verschlechterungen können die Attraktivität solcher Einsätze mindern und die Gewinnung sowie Bindung von Fachkräften zusätzlich erschweren.

Auch dieses aktuelle Thema bringen wir daher in unsere Gespräche mit Politik, Verwaltung und weiteren relevanten Stakeholdern ein.

Austausch mit Politik, Verwaltung und Wirtschaft

Im Laufe des Sommers haben wir unsere Anliegen mit folgenden Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern diskutiert:

  • 2. Juli 2026 – Wirtschaftskammer Österreich: Austausch mit Mag. Dr. Rolf Gleißner, Leiter der Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik, KommR Marcus Kleemann, Fachverbandsobmann der Gewerblichen Dienstleister, und Mag. Thomas Kirchner, Geschäftsführer des Fachverbands der Gewerblichen Dienstleister
  • 28. Juli 2026 – Bundesministerium für Finanzen: Gespräch mit Finanzstaatssekretärin MMag. Barbara Eibinger-Miedl
  • 19. August 2026 – NEOS: Austausch mit Nationalratsabgeordnetem Johannes Gasser, BA Bakk. MSc
  • 1. September 2026 – Österreichischer Wirtschaftsbund: Gespräch mit KommR Tanja Graf, Generalsekretärin des Österreichischen Wirtschaftsbundes und Abgeordnete zum Nationalrat
  • 17. September 2026 – Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus: Austausch mit Dr. Tobias Sonnweber, BSc., CEFA, Referent im Kabinett von Bundesminister Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer

An den Terminen nahmen Vertreterinnen und Vertreter des ÖPDL-Vorstands und des Beirats teil. Die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen aus der Branche bilden eine wichtige Grundlage für unsere Interessenvertretung.

Interessenvertretung braucht kontinuierlichen Dialog

Unser Ziel ist es, dass die Anliegen der Personaldienstleister bei politischen Entscheidungen frühzeitig berücksichtigt werden. Dafür braucht es einen kontinuierlichen Austausch, konkrete Beispiele aus der Praxis und nachvollziehbare Lösungsvorschläge.

Die Gespräche werden daher konsequent weitergeführt. Weitere Termine mit dem AMS, der Arbeitnehmervertretung sowie Vertreterinnen und Vertretern politischer Parteien stehen bereits auf unserer Agenda. Über die Entwicklungen und die nächsten Schritte halten wir unsere Mitglieder auf dem Laufenden.

Wir bedanken uns bei allen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern für den konstruktiven Austausch sowie bei den beteiligten Vertreterinnen und Vertretern des ÖPDL für ihren Einsatz für die Branche.

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